08. März – 24. Mai 2020

 

David Renggli – Bongos at the Lido

 

Eröffnung: Sonntag, 08. März 2020, 11 Uhr


David Rengglis Werk ist durchdrungen von Humor, Poesie oder auch Musikalität und zeigt sich in Gestalt von Skulpturen, konzeptueller Malerei und komplexen intermedialen Inszenierungen. Hinzu kommen Aneignungen von alltäglich doch auch kulturhistorisch tradierten Bildsprachen, die sich speisen aus der antiken Skulptur oder aus Bildern der Regenbogenpresse und Modemagazine. Sie fußen auch auf einer breiten Sammlung des Künstlers von gedruckten Vintage-Erotika, die sich neben dem Paraphrasieren von Schönheitsidealen auszeichnen durch raffinierte und innovative graphischen Gestaltungen.


Mit einem heftigen Augenzwinkern ironisiert David Renggli den Schönheitskult, Formen der Selbstoptimierung und Ausprägungen narzisstischer Selbstbezüglichkeiten und bindet seine kommentierenden Reflexionen durch malerisch aufgeladene Collagen in einen umfangreichen Bilderatlas ein. Als Neo-Dadaist ist David Renggli ganz dem freien Spiel der Kunst – gelegentlich auch der Musik – verpflichtet: „My favorite intrument? Snare drum.“

 

Für die großzügige Unterstützung gilt ein herzliches Dankeschön der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia.

 


David Renggli, Daybed #2David Renggli, KrippeDavid Renggli, Spell my name (hotel)David Renggli, Good Vibe Gong

14. Juni 2020 – 15. November 2020

 

Hoël Duret – low

 

Eröffnung: Sonntag, 14. Juni 2020, 11 Uhr


Hoël Duret verwandelt mit seiner low betitelten Ausstellung die als Lichthof konzipierte, zweigeschossige Eingangshalle der Villa Merkel in einen fantastisch anmutenden, atmenden Organismus – in eine Art Scheinlandschaft, in einen Garten einer posttechnologischen Welt. Dieses Setting wird eingefasst durch einen Parcours aus neuen Arbeiten, die in den um die Eingangshalle liegenden Räumen des Erdgeschosses präsentiert werden, seien dies Videos, futuristische Glasobjekte oder sandgestrahlte Geister. Letztere verbildlichen die Gedanken der Pflanzen in der Luft. Deshalb sind sie Geister: Sie umgeben uns, aber wir können sie nicht sehen. Ihre Gestalt bezieht sich auf mikroskopische Bilder und ist zugleich überlagert durch eine modernistische Ästhetik.


Hoël Durets künstlerische Praxis vereint fiktive Geschichten mit realen Ereignissen. Sie formt sich im Zusammenspiel verschiedenster Medien. In einer Bildsprache, die sich auf Science Fiction, die New-Age-Bewegung, das postapokalyptische Kino oder auch die Utopien der Moderne stützt, untersucht Hoël Duret insbesondere vor dem Hintergrund einer fortschreitenden Digitalisierung die Beziehungen zwischen Natur und Technologie. Er entwirft ein kritisches Gegenbild zur Vorstellung vom digitalen Zeitalter als einem kohärenten Moment der Menschheit und macht deutlich, dass ein solcher nur zum Preis einer Maskierung von Vielfalt zu konstatieren sei.

 


Hoël Duret, NFT pH<7 logique Hoël Duret, NFT pH<7 Mirror, 2017Hoël Duret, NFT pH<7 logique

20. September – 15. November 2020

 

Unter Beobachtung

im Rahmen des Festivals der KulturRegion Stuttgart 2020 „Unter Beobachtung. Kunst des Rückzugs“ vom 25. September bis 18. Oktober 2020

 

Mit Dries Depoorter, Heather Dewey-Hagborg, Verena Friedrich, Esther Hovers,Gregor Kuschmirz, Marc Lee, TOAST, Alex Verhaest und Christiaan Zwanikken

 

Eröffnung: Sonntag, 20. September 2020, 11 Uhr


Mit jedem Klick im Internet, jeder Benutzung des Smartphones und bei jedem Einkauf hinterlassen wir bekanntlich Spuren; veröffentlichen damit Informationen über uns selbst. In den sogenannten Sozialen Medien wird oft bedenkenlos Privates öffentlich gemacht. Überwachungssysteme erfahren immer avanciertere Techniken der Datenspeicherung und Gesichtserkennung, womit die lückenlose Überwachung der Bürgerschaft in greifbare Nähe rückt, wie bereits Pilotprojekte aufzeigen, die in letzter Konsequenz zu „Sozialkreditsystemen“ führen, in denen die Bürger als Komplizen ihrer eigenen Überwachung fungieren.

 

 


Nicht zu vergessen die Möglichkeiten der genetischen Manipulation mit ihren Eingriffen in den Körper, die nicht nur positive Aspekte evoziert. Wo also gibt es noch Rückzugsorte, um sich als Individuum zu schützen und zu behaupten? Wo sind die Refugien, Reservate, Idyllen oder Oasen, in denen wir Zuflucht finden, wenigstens für eine Weile ohne mediale Bedrängnis? Können Orte der Kunst und Kultur solche Reservate sein?


Installation view of Stranger Visions, September, 2014. Saint-Gaudens National Historic Site. Courtesy of the artist and Fridman Gallery, New York.Surveillance Paparazzi 01Mixed Reality Vive Landscape, Richie's Plank Experience

16. Mai 2021 – 1. August 2021

 

Api étoilé – ein wachsendes Archiv

 

Forschungsbeginn: 1. April 2020

Eröffnung: Sonntag, 16. Mai 2021, 11 Uhr


Api étoilé – ein wachsendes Archiv setzt den Fokus auf Nutzpflanzen. Über Kontinente hinweg werden Samen und Erfahrungsberichte bezüglich ihres Anbaus gesammelt. Nach einer mehrmonatigen Reise- und Forschungsphase werden die Samen dann interessierten Freizeitgärtner*innen überlassen, um daraus einjährige Planzen zu ziehen. Diese werden dann im Folgejahr neben Zeichnungen, Aquarellen und Video-Arbeiten als Jährlinge im Lichthof der Villa Merkel ausgestellt. Sie formen einen opulenten, beginnenden Nutzgarten neuer Prägung. Dieser entwirft wie nebenbei einen Kontrast zu dem die Villa Merkel umgebenden, nach dem Vorbild englischer Landschaftsgärten angelegten Park und seiner anthropomorph überformten Natur. Nachdem die Pflanzen dieses Nutzgartens dann ihrerseits neue Samen produziert haben, werden diese durch die am Projekt beteiligten Gärtnerinnen und Gärtner dem wachsenden Archiv zugeführt.


Auf diese Weise vergrößert sichdasArchiv stetig, wird in erweiterter Form über die zweijährige Pilotphase hinaus fortgeführt werden. Auf den verschiedensten Ebenen lagert sich Erfahrung und Wissen an.

 

 

Mit freundlicher Unterstützung vom

 

 

 

Gesellschaftlicher Zusammenhalt – Förderung von künstlerischen und kulturellen Projekten