18. Juni – 27. August 2017

 

JAK: SOUL BLINDNESS

fall into indescribable scenes

 

Eröffnung: Sonntag, 18. Juni, 11 Uhr

 

JAK ist anonym.

JAK zeigt einzig seine künstlerische Arbeit.

 

Dennoch, JAK ist während der vergangenen Jahre in vielfältiger Weise in Erscheinung getreten – etwa als Künstler, als Romanfigur, als Psychotherapeut, als Religionsforscher, und JAK legt derzeit seinen Schwerpunkt auf die Arbeit am Film SOUL BLINDNESS, der der Ausstellung in der Villa Merkel den Titel leiht. JAK ist also auch Regisseur und Drehbuchautor. JAKs künstlerische Arbeit entwickelt sich hochkomplex und folgt einer überaus präzisen, konzeptuellen Prägnanz.

 

 

Seit 2013 arbeitet JAK an dem Film. Sein Entstehungsprozess gleicht nicht dem eines gewohnten Filmdrehs. Durch eine fortlaufende Ausstellungstätigkeit schreibt JAK die Geschichte des Drehbuchs Schritt für Schritt über die unterschiedlichsten medialen Zugriffe, etwa durch Zeichnung, Text, Sound, Skulptur, Malerei, Fotografie, Installation, weiter.

 

Dabei dreht sich alles um das Phänomen der psychologischen Anomalie der Agnosie – die Seelenblindheit. Handlungen aus dem Drehbuch zu SOUL BLINDNESS transformieren und konkretisieren sich in der Ausstellung zu Bühnen- und Szenenbildern, die dazu einladen, in die Bild gewordene Gedankenwelt von JAK einzutauchen.

 

 

 

 

 

 

JAK, CUT TO:, 2017 (Entwurf)

JAK, his dream, 2017 (Entwurf)

JAK, Agnosia, 2017 (Detail)

JAK, Indescribable Scene, 2017 (Detail)

JAK, In Silence, 2017

JAK, Tableau of wolly scenes, 2017

 

 

 

 

 

 

 

 

So ragt im Eingangsfoyer der Villa Merkel ein alter Baum als Skulptur etwa 7m in die Höhe. Ihn trägt eine schräg stehende, spiegelnde Fläche aus Epoxidharz, knallig grün. Anderenorts beschreibt eine Landschaft fließenden Nebels und schwebenden Objekten aus Prozellan eine Szenerie aus einem Drehbuch. Typografische Malereien auf Leinwand verstecken Texte in geometrischen Abstraktionen. Geschnittene und gespiegelte Texte zeigen den konzeptuellen Umgang mit einem medizinischen Buch. Hunderte szenischer Miniaturzeichnungen sind wie konserviert in Epoxidharz eingegossen und erzählen von einer Geschichte oder dem Weg dahin.

 

Aber wer ist denn nun JAK?

JAK zeigt weder einen Körper, noch einen kohärenten Charakter – mit Hilfe verschiedener künstlerischer Ausdrucksformen transportiert JAK Identität und spiegelt Wirklichkeiten. Wer JAK ist, diese Frage bleibt – JAK zwingt den Blick des Betrachters einzig auf die künstlerische Arbeit – irgendwo zwischen Realität und Phantasie.

 

Die Ausstellung in der Villa Merkel ist nach den Ausstellungen HUNTING, Württembergischer Kunstverein, Stuttgart; PROLOG, Kuandu Museum of Fine Arts, Taipei und CUT TO:, Galerieverein, Leonberg; die vierte Einzelausstellung im Zusammenhang dieses komplexen Projekts.

Als Ouvertüre zur Esslinger Ausstellung fand am 2. März 2017 eine Auftaktveranstaltung in der Landesvertrtung Baden-Württembergs in Brüssel statt.

 

Es erscheint eine Publikation bei der Snoeck Verlagsgesellschaft, Köln.

 

       


 

08. Juli – 27. August 2017

 

Bahnwärterhaus:

 

Near Silbury Hill

Bildkästen von Siegfried Zwicker und weitere Arbeiten aus der Graphischen Sammlung der Stadt Esslingen

 

Eröffnung: Freitag, 07. Juli, 19 Uhr

 

 

Die Galerien der Stadt Esslingen präsentieren im Bahnwärterhaus vom 08.07- bis 27.08.2017 Neuankäufe und Schenkungen der letzten Jahre aus der Graphischen Sammlung. Bildkästen von Siegfried Zwicker stehen im Zentrum der Präsentation und treten in Diskurs mit Arbeiten von Jean Arp, Pierre Bonnard, Ida Kerkovius, Ernst Ludwig Kirchner, Henry Moore und anderen sowie aktuellen Positionen der internationalen Gegenwartskunst wie Willie Doherty und Anike Joyce Sadiq.

 

 

 



 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Ausstellung Near Silbury Hill steht in einer Reihe von Sammlungspräsentationen wie unter anderem Das alles auf Papier! (2007), kein licht für wen (2008) oder Obsessionen und surreale Welten (2014/15).

 

Sie wurde kuratiert von Andreas Baur, Leiter der Villa Merkel, Galerien der Stadt Esslingen am Neckar, und Julia Herrmann, Projektorganisation.


Seit 18. Mai 2014

 

Lois Weinberger – Mobiler Garten  

 

Eröffnung: Sonntag, 18. Mai 2014, 12 Uhr  

Der »Mobile Garten« des in Wien lebenden Künstlers und Documenta-Teilnehmers Lois Weinberger ist vor dem Wintergarten der Villa Merkel eingerichtet und verbleibt dort auf längere Zeit. Er kontrastiert in seiner Wildheit den umgebenden Merkelpark, dessen gepflegte Anlage an englische Landschaftsgärten erinnert.       Ein geformtes Feld aus farbigen mit Substrat befüllten Kunststoffkübeln – Spur menschlichen Handelns und Überprägung des Standorts – wird den freien Kräften der Natur überlassen. In spontaner Besiedlung greifen mit der Zeit Pionier- und Ruderalpflanzen Raum. Natur entfaltet sich entsprechend ihrer eigengesetzlichen Dynamik und in geradezu paradiesischer, da freier Weise. Ein Garten Eden wird sich etablieren. Mit den Jahren beginnt dieser natürliche Prozess einer Besiedlung umzuschlagen in eine Form des Vergehens:  

 

 

 

 

 

 

nach und nach werden die Kübel ausbleichen, sich zersetzen sowie die Kunststoffpartikel sich mit dem Substrat und den Pflanzen vermengen. Nach Dekaden sollten Niederschläge die Standfläche wohl wieder sauber gespült haben.

 

Der Garten ist eine essentielle Form der Auseinandersetzung mit Natur. Wir kennen Gartenanlagen, die auf Erträge zielen und gleichermaßen solche, die angelegt sind als Glück stiftende Orte der Kontemplation. Dem Paradies gegenüber stehen etwa der Nutzgarten, der barocke Lustgarten oder als eine Oase in der Stadt der Volksgarten – in Esslingen namentlich die Maille und der Merkelpark.

 

Lois Weinberger<br/>NOUS, 2004<br/>Freiraum Studio Spiegelfabrik Niederösterreich

Lois Weinberger<br/>Mobiler Garten, 2014<br/>Installationsansicht Merkelpark/Villa Merkel

Lois Weinberger<br/>Plastikeimer, Erde, Spontanvegetation