| Die
Villa Merkel wird 1873 für den Esslinger Industriellen
Oskar Merkel nach Entwürfen des Stgter Architekten Otto
Tafel erbaut. Oskar Merkel steht "stellvertretend für einen
Personenkreis, der in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts
zu den tonangebenden Männern des Gemeindewesens & gesellschaftlichen
Lebens der Stadt aufstieg" (J. Fekete, in der Broschüre
"Die Villa Merkel in Esslingen"). Die Firma Merkel
& Kienlin (vor 1891 Merkel & Wolf) zählt mit ihrem renommierten
Produkt "Esslinger Wolle" bis in die 60er Jahre des
20. Jahrhunderts zu den bedeutenden Vertretern württembergischer
Textilindustrie. Entsprechend der für die Gründerzeit
symptomatischen Tendenz, aus der Enge der Stadt ins Grüne
zu ziehen, lässt Oskar Merkel sein im Stil der Neurenaissance
entworfenes Wohnhaus jenseits der |
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bestehenden Bahnlinie in einem Landschaftsgarten, den heutigen
Pulverwiesen, errichten. Zugleich weist er sich mit der Standortwahl
in unmittelbarer Nachbarschaft zur pulsierenden Verkehrsader
als fortschrittlich orientiert und aufgeschlossen aus.
Die Galerien der Stadt Esslingen mit Villa Merkel und Bahnwärterhaus
sind eine städtische Einrichtung für wechselnde Ausstellungen
zeitgenössischer, internationaler Kunst. In der Villa Merkel
werden auf zwei Etagen derzeit 15 Räume mit etwa 500 m2
Ausstellungsfläche bespielt.
Im benachbarten, kleineren Bahnwärterhaus werden vor allem
Positionen junger, experimenteller oder noch nicht breit rezipierter
Kunst vorgestellt. |