Better than de Kooning

12. September 2015 – 15. November 2015

 

Eröffnung: Freitag, 11. September, 19 Uhr

 

 

 

Mit Werken von Peter Saul, Lee Lozano, Maria Lassnig, Michel Majerus, Dieter Krieg, Tim Berresheim, Jana Euler, Katrin Plavcak, Jon Rafman, Gunter Reski, Matthias Schaufler, Jim Shaw, Amy Sillman, Sue Williams

 

 

 

Die Villa Merkel, Galerien der Stadt Esslingen am Neckar, präsentiert im Herbst 2015 eine umfangreiche Malereiausstellung, die den Fokus auf die Darstellung der Verformungen des Menschenbildes in der Nachmoderne lenkt. Der Prozess des “Zermalens“ und die damit einhergehende De- und Rekonstruktion des naturalistischen Menschenbildes ist eine der Hauptantriebskräfte in der Entwicklung der Malerei des 20. Jahrhunderts und nimmt unter den Bedingungen des Digitalen erneut an Fahrt auf.

 

Der Titel der Ausstellung Better than de Kooning bezieht sich auf das gleichnamige, im Jahr 2008 entstandene Werk des amerikanischen Künstlers Peter Saul, der ab 1961 mit seinem Konzept der Malerei-Appropriation, die sich sowohl vom Surrealismus und Abstrakten Expressionismus als auch von Underground Comics und politischer Karikatur ernährt, eine neuartige Politpop-Malerei entwickelt hat.

 

Die Ausstellung präsentiert Arbeiten von vierzehn Künstlerinnen und Künstlern europäischer und amerikanischer Herkunft, die sich generationsübergreifend, inhaltlich und formal zwischen konzeptueller Malereirezeption und der Auseinandersetzung mit massenmedialen Einflüssen bewegen.

 

 

Peter Saul<br/>Better than de Kooning, 2008<br/>Private Collection, Courtesy David Nolan Gallery, New York

Dieter Krieg<br/>Kopf, 1981<br/>Courtesy Stiftung Dieter Krieg, © Frank Kleinbach

Maria Lassnig<br/>Kriegskinder, 1962<br/>Courtesy Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto Elke Estel, © Maria Lassnig Stiftung

Lee Lozano<br/>No title, c.1963<br/>The estate of Lee Lozano, Courtesy Hauser & Wirth

Michel Majerus<br/>Commercial face of contemporary art 1, 1997<br/>Courtesy neugerriemschneider Berlin, © Michel Majerus Estate 1997

Sue Williams<br/>The Relatives in Yellow, 1997<br/>© Sue Williams, Courtesy 303 Gallery, New York

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Ausstellung wird zugleich eine Brücke zur Karikatur, zum Comic und Animationsfilm des 19. und frühen 20. Jahrhunderts schlagen und damit die Anfänge und Zusammenhänge dieses Themenbereichs beleuchten. 

 

In einer Zusammenstellung von mehr als 50 Gemälden wird sich die Ausstellung Better than de Kooning über das gesamte Obergeschoß der Villa Merkel erstrecken und die Interaktion von malerischer Deformation der menschlichen Figur und massenmedialen Bildern von 1961 bis heute nachzeichnen. Die ausgestellten Werke werden dabei mit einer großflächigen Wandcollage, auf der Karikaturen, Comicpanels und Film-Stills versammelt sind, in Korrespondenz treten.

 

Kuratoren: Marcus Weber und Andreas Baur

Ausstellungskonzept: Marcus Weber

 

Ein Katalog (d/e) mit Texten von Esther Leslie, Marcus Weber, Andreas Baur und einem Interview von Marcus Weber mit Peter Saul erscheint bei der Snoeck Verlagsgesellschaft mbH, Köln.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Jeanne Faust – 7 Händler

12. September 2015 – 15. November 2015

 

Eröffnung: Freitag, 11. September, 19 Uhr

 

 

Jeanne Faust spielt in ihren Videos und Fotografien mit unterschiedlichen Wahrnehmungsebenen des Betrachters. Durch den grundsätzlich narrativen Ansatz in ihren cineastischen Bildräumen entsteht zunächst eine vermeintlich vertraute Erzählstruktur, die jedoch kontinuierlich aufgebrochen wird. Die Bild-, Text- und Handlungsfragmente ihrer Arbeiten basieren auf selbst geschriebenen Storyboards und sorgfältig geplanten Szenen, die in Eigenregie umsetzt werden.

 

 

Jeanne Faust<br/>Untitled (Marzia d'Argento asleep,2013)<br/>Courtesy Galerie Karin Guenther, ©Jeanne Faust

Jeanne Faust<br/>Zelt<br/>Courtesy Galerie Karin Guenther, ©Jeanne Faust

 

 

 

  

 

 

 

 

 

Durch die Wechselwirkung von verbalen, bildhaften, literarischen und cineastischen Anspielungen durchdringen sich konkrete und imaginierte Bilder, die den Betrachter mit einer seltsam vertrauten, jedoch ebenso befremdlichen Stimmung konfrontieren. Jeanne Faust – 7 Händler zeigt in der Esslinger Villa Merkel drei Videoinstallationen, daneben Fotografien, ein Storyboard und weitere überaus poetische Werke.


 

Seit 18. Mai 2014

 

Lois Weinberger – Mobiler Garten

 

Eröffnung: Sonntag, 18. Mai 2014, 12 Uhr

 

Der »Mobile Garten« des in Wien lebenden Künstlers und Documenta-Teilnehmers Lois Weinberger ist vor dem Wintergarten der Villa Merkel eingerichtet und verbleibt dort auf längere Zeit. Er kontrastiert in seiner Wildheit den umgebenden Merkelpark, dessen gepflegte Anlage an englische Landschaftsgärten erinnert.

 

Ein geformtes Feld aus farbigen mit Substrat befüllten Kunststoffkübeln – Spur menschlichen Handelns und Überprägung des Standorts – wird den freien Kräften der Natur überlassen. In spontaner Besiedlung greifen mit der Zeit Pionier- und Ruderalpflanzen Raum. Natur entfaltet sich entsprechend ihrer eigengesetzlichen Dynamik und in geradezu paradiesischer, da freier Weise. Ein Garten Eden wird sich etablieren. Mit den Jahren beginnt dieser natürliche Prozess einer Besiedlung umzuschlagen in eine Form des Vergehens:

 

 

 

 

 

 

 

 

nach und nach werden die Kübel ausbleichen, sich zersetzen sowie die Kunststoffpartikel sich mit dem Substrat und den Pflanzen vermengen. Nach Dekaden sollten Niederschläge die Standfläche wohl wieder sauber gespült haben.

 

Der Garten ist eine essentielle Form der Auseinandersetzung mit Natur. Wir kennen Gartenanlagen, die auf Erträge zielen und gleichermaßen solche, die angelegt sind als Glück stiftende Orte der Kontemplation. Dem Paradies gegenüber stehen etwa der Nutzgarten, der barocke Lustgarten oder als eine Oase in der Stadt der Volksgarten – in Esslingen namentlich die Maille und der Merkelpark.

 

Lois Weinberger<br/>NOUS, 2004<br/>Freiraum Studio Spiegelfabrik Niederösterreich

Lois Weinberger<br/>Mobiler Garten, 2014<br/>Installationsansicht Merkelpark/Villa Merkel

Lois Weinberger<br/>Plastikeimer, Erde, Spontanvegetation