Manfred Kuttner
Werkschau
28. April bis 30. Juni 2013
Eröffnung: Sonntag, 28. April, 11 Uhr
Villa Merkel
Manfred Kuttner (1937-2007) ist einer der Mitbegründer des Kapitalistischen Realismus. Zusammen mit seinen Künstlerfreunden und Kommilitonen Konrad Lueg, Sigmar Polke und Gerhard Richter organisierte er 1963 die legendäre Demonstrative Ausstellung in der Kaiserstraße, Düsseldorf. Die Ausstellung kann als Keimzelle der sogenannten deutschen Pop Art und des weltweiten Erfolges von Sigmar Polke, Gerhard Richter und des späteren Galeristen Konrad Fischer, angesehen werden. Manfred Kuttner wechselte 1967 in die Werbegrafik und beendete seine künstlerische Karriere bevor sie richtig begann.
Die abstrakten, geometrisch strukturierten Bilder und die neonfarbenen Objekte Manfred Kuttners aus den frühen 60er Jahren bewegen sich ambivalent zwischen so unterschiedlichen Kunstrichtungen wie Op-, Pop-, Zero-, Informel und Nouveau Realisme. Seine Verwendung der damals brandneuen Plaka-Tagesleuchtfarben erzeugen eine flirrende Oberfläche und setzen alle Einordnungsparameter außer Kraft. Manfred Kuttners Bilder wirken aus heutiger Sicht, im Kontext neoabstrakter Malereidebatten, hochaktuell.
Nach über 45 Jahren gibt die von der Villa Merkel gemeinsam mit der Langen Foundation erarbeite Schau einen ersten institutionellen Überblick über dieses früh beendete Oeuvre. Neben Gemälden und Zeichnungen werden auch Objekte, Fotografien, Zeitdokumente und sein bedeutender, bisher selten gezeigter Film A-Z aus dem Jahr 1963 gezeigt.
Anlässlich der Ausstellung erscheint die erste Monographie über Manfred Kuttner mit Textbeiträgen von Christine Mehring, Birgit Hein, Franz Erhard Walther, Thomas Scheibitz und einem von Sabine Sense erarbeiteten Werkverzeichnis.
Die Ausstellung wird von Marcus Weber, Andreas Baur und Christiane Maria Schneider kuratiert.

Manfred Kuttner<br/>Lohe, 1963<br/>Tempera, floureszierende Leuchtfarbe auf Dekostoff<br/>88 x 160 cm<br/>Collection Eric Diefenbach and James Keith Brown, New York

Manfred Kuttner<br/>Zwie, 1964<br/>Tempera, floureszierende Leuchtfarbe auf Deco<br/>140 x 111 cm<br/>Collection Jill and Peter Kraus, New York
Lena Münch
Splitter. Fotografie und Dinge
28. April bis 30. Juni 2013
Eröffnung: Sonntag, 28. April 2013, 11 Uhr
Debütausstellung im Bahnwärterhaus
„Lena Münch – Splitter. Fotografie und Dinge“ ist in diesem Jahr die zweite Debütausstellung in Kooperation mit der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart.
In analogen Fotografien in Schwarz/Weiss kombiniert und variiert Lena Münch auf vielfältige Weise ihre Eindrücke, Erfahrungen und Sichtweisen auf die Welt. Das Ausgangsmaterial für ihr künstlerisches Werk bilden meist gefundene und alltägliche Gegenstände. Aus diesen scheinbar zusammenhanglosen, teilweise antagonistischen Rohmaterialien – den metaphorischen Splittern der Welt – konstruiert Lena Münch mit technischem Geschick temporäre und atmosphärische Wirklichkeiten.
Die arrangierten Fotografien kennzeichnen sowohl eine hohe Präzision als auch die Freiheit im intuitiven Umgang mit dem Zufall. In klassischer bis experimenteller Fototechnik versammelt Lena Münch Gegenstände spielerisch in exakten Bildkompositionen. Die Objekte und Formen werden in Beziehung zueinander gesetzt und avancieren in der Komposition zu Protagonisten wie in einem Theater aus Licht und Dunkel.
Es entstehen unendliche sowie konstruktive Bildwelten in kontrastierenden Räumen aus Schwarz und Weiß. Aber nicht nur in der Fotografie behaupten die Gegenstände haptische Präsenz, sie beanspruchen Raum. Im Ausstellungsraum sind sie bisweilen sogar Zitat des fotografischen Bildes oder faktisch Material in der Welt.
Lena Münch (*1980 Stuttgart) studierte von 2003
bis 2009 an der Staatlichen Akademie der
Bildenden Künste Stuttgart und an der Accademia delle Belle Arti di Brera in Mailand. Sie besuchte Klassen in Freier Grafik, Malerei und Bildhauerei unter anderem bei Prof. Andreas Opiolka, Prof. Franco Marrocco, Prof. Paolo Gallerani und Prof. Reto Boller.
Anlässlich der Ausstellung erscheint ein Hybrid aus Bilderbuch und Katalog „Das mit dem Leben und
der Liebe“. Darin entwirft die Künstlerin eine Bilderzählung von ihren Beobachtungen, Erfahrungen und Träumen.

















