Les Frères Chapuisat

Excrescence of Immortality

 

ab 21. Mai 2015

Interaktive Aufbauphase mit Sonderveranstaltungen

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27. Juni - 23. August 2015

Ausstellung

 

Eröffnung: Freitag, 26. Juni 2015, 19 Uhr

 

In biologischer Hinsicht zählen Pilze weder zu den Pflanzen noch zu den Tieren. Sie bilden eine eigene dritte Kategorie. Es sind seit jeher Organismen mit denen sich Mysteriöses verbindet und dennoch ist ihre Existenz in einem vitalen Ökosystem alltäglich und unabdingbar.

 

Les Frères Chapuisat haben sich dem Wesen der Pilze angenähert. Unter dem Titel Excrescence of Immortality (Auswüchse der Unsterblichkeit), der auf die urtümliche Kraft dieser speziellen Organismen verweist, vereinnahmen Les Frères Chapuisat die Villa Merkel. Eine architektonische Struktur wird sich wie ein Pilz im Untergeschoss der Villa Merkel ausbreiten und als Lebensraum für Künstler und Pilze dienen.

 

Diese Struktur ist in ihrer Anlage an eine Kloster- oder Tempelarchitektur angelehnt. Aufgegliedert in soziale, kontemplative und informative Einheiten verbinden sich reale Raumstrukturen mit narrativen Elementen. Es entsteht ein eigenständiger Organismus, in welchen der Besucher mit einbezogen wird. Eine integrierte Bibliothek, ein Kino oder Räume der Begegnung geben Aufschluss über Sinn und Möglichkeiten der Konstruktion.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bei den architektonischen Konstruktionen von Les Frères Chapuisat handelt es sich oft um raumfüllende und überdimensionale Gebilde. Eine präzise Planung vermeintlich chaotischer Strukturen bringt Werke hervor, die sich an der Grenze des Machbaren bewegen.

 

Die beiden aus Genf stammenden Brüder Gregory und Cyril verstehen Les Frères Chapuisat als eine offene Gemeinschaft. Die Installationen werden mit weiteren Personen und unter Berücksichtigung der örtlichen Besonderheiten verwirklicht. In diesem Sinne ist auch die zeitaufwendige Herstellung Teil der Lebensphilosophie von Les Frères Chapuisat. Nach einem nomadischen Prinzip wird jeweils am Ort des Projektes und wenn möglich innerhalb der Installationen gelebt. In einer interaktiven Aufbauphase wird der Prozess in der Villa Merkel durch punktuelle Veranstaltungen öffentlich sichtbar gemacht.

 

Wie eine organische Struktur handelt es sich um ein sich ausdehnendes Prinzip, das offen für äußere Impulse ist. Der Prozess wird durch weitere künstlerische Interventionen begleitet.

 

Kuratorin: Anka Wenzel

 

 

Mit freundlicher Unterstützung der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia

 

Les Frères Chapuisat<br/>Le Buisson Maudit, Abbaye de Maubuisson, Salle du chapitre, 2013<br/>© Conseil général du Val d’Oise. © Les Frères Chapuisat, Courtesy Galerie Mitterrand

Les Frères Chapuisat<br/>Métamorphose d'impact #2, 2012, Le LIFE / Le Grand Café, Saint-Nazaire<br/>Les Frères Chapuisat, Courtesy Galerie Mitterrand

Les Frères Chapuisat<br/>Métamorphose d'impact #2, 2012, Le LIFE / Le Grand Café, Saint-Nazaire<br/>Les Frères Chapuisat, Courtesy Galerie Mitterrand

Les Frères Chapuisat<br/>Le Buisson Maudit, Abbaye de Maubuisson, Salle du Parloir, 2013<br/>© Conseil général du Val d’Oise. © Les Frères Chapuisat, Courtesy Galerie Mitterrand

Les Frères Chapuisat<br/>La résidence secondaire, 2012<br/>© Les Frères Chapuisat, Courtesy Galerie Mitterrand


 

Seit 18. Mai 2014

 

Lois Weinberger – Mobiler Garten

 

Eröffnung: Sonntag, 18. Mai 2014, 12 Uhr

 

Der »Mobile Garten« des in Wien lebenden Künstlers und Documenta-Teilnehmers Lois Weinberger ist vor dem Wintergarten der Villa Merkel eingerichtet und verbleibt dort auf längere Zeit. Er kontrastiert in seiner Wildheit den umgebenden Merkelpark, dessen gepflegte Anlage an englische Landschaftsgärten erinnert.

 

Ein geformtes Feld aus farbigen mit Substrat befüllten Kunststoffkübeln – Spur menschlichen Handelns und Überprägung des Standorts – wird den freien Kräften der Natur überlassen. In spontaner Besiedlung greifen mit der Zeit Pionier- und Ruderalpflanzen Raum. Natur entfaltet sich entsprechend ihrer eigengesetzlichen Dynamik und in geradezu paradiesischer, da freier Weise. Ein Garten Eden wird sich etablieren. Mit den Jahren beginnt dieser natürliche Prozess einer Besiedlung umzuschlagen in eine Form des Vergehens:

 

 

 

 

 

 

 

 

nach und nach werden die Kübel ausbleichen, sich zersetzen sowie die Kunststoffpartikel sich mit dem Substrat und den Pflanzen vermengen. Nach Dekaden sollten Niederschläge die Standfläche wohl wieder sauber gespült haben.

 

Der Garten ist eine essentielle Form der Auseinandersetzung mit Natur. Wir kennen Gartenanlagen, die auf Erträge zielen und gleichermaßen solche, die angelegt sind als Glück stiftende Orte der Kontemplation. Dem Paradies gegenüber stehen etwa der Nutzgarten, der barocke Lustgarten oder als eine Oase in der Stadt der Volksgarten – in Esslingen namentlich die Maille und der Merkelpark.

 

Lois Weinberger<br/>NOUS, 2004<br/>Freiraum Studio Spiegelfabrik Niederösterreich

Lois Weinberger<br/>Mobiler Garten, 2014<br/>Installationsansicht Merkelpark/Villa Merkel

Lois Weinberger<br/>Plastikeimer, Erde, Spontanvegetation